Was sind Arbeitskreise?

Arbeitskreise sind Gruppen von 10 bis 20 Landwirtinnen und Landwirten mit gleichen Produktionsschwerpunkten. Sie schließen sich für eine bestimmte Zeit lang zusammen, um ihr fachliches und betriebswirtschaftliches Wissen zu vertiefen bzw. zu erweitern. Sie verfolgen alle das gleiche Ziel – nämlich wettbewerbsfähig zu sein und ihren Betrieb erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Unterstützung auf breiter Basis
Die Arbeitskreis-Beratung ist ein bundesweiter Bildungs- und Beratungsschwerpunkt, der vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) und seinen Dienststellen (HBLFA Raumberg-Gumpenstein, Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen, Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik) unterstützt wird. Die Umsetzung erfolgt in den Bundesländern durch die Landwirtschaftskammern und die Ländlichen Fortbildungsinstitute in Zusammenarbeit mit Erzeugerorganisationen, Bio- und anderen Fachverbänden. Das Angebot aus Erfahrungsaustausch, fachlicher und persönlicher Weiterbildung, Produktionskostenermittlung (Betriebszweigauswertung), Zielplanung und Erfolgskontrolle (Kennzahlenvergleiche) soll dazu beitragen, den wirtschaftlichen Erfolg zu verbessern. Die Leitung der Arbeitskreise erfolgt durch fachlich und methodisch speziell ausgebildete Beraterinnen und Berater.

Aktueller Stand der Arbeitskreise

Aktuell (Stand 2022) nehmen österreichweit 4.627 Betriebe in 278 Arbeitskreisen in 14 Bereichen dieses spezielle Angebot in Anspruch. 

© Roland Fenk

Angebot der Arbeitskreis-Beratung

Als bäuerliche Unternehmerinnen und bäuerliche Unternehmer sind Sie gefordert, stets am Laufenden zu sein und Entscheidungen zu treffen. Zuverlässige Informationen über das Betriebsgeschehen sind dafür eine hilfreiche Grundlage. Die Wettbewerbsfähigkeit ist das Ergebnis getroffener Entscheidungen. Hier setzen die Arbeitskreise an und unterstützen Sie dabei, gute Entscheidungen zu treffen.

Die Arbeitskreise bieten:

    • Praxisorientierte Weiterbildung in Abstimmung mit den Mitgliedern
    • Auswertung der Produktionskosten von Betriebszweigen (Teilkosten- und/oder Vollkostenauswertung) oder der Buchführung
    • Analyse und Vergleich von Kennzahlen mit anderen Betrieben in anonymisierter Form
    • Stärken/Schwächen-Analyse am Betrieb als Betriebscheck (Potenziale, Handlungsbedarf)
    • Erfahrungsaustausch mit anderen Betrieben und Expertinnen und Experten
    • Unterstützung bei der künftigen Betriebsausrichtung
    • Newsletter bzw. Rundschreiben (aktuelle Informationen aus erster Hand)
    • Vertrauensvolle und auf gegenseitigen Respekt basierende Zusammenarbeit
    • Betreuung über mehrere Jahre

Angebot für praxisorientierte Betriebsführung
Um einen hohen Praxisbezug sicherzustellen, finden viele Arbeitskreis-Treffen auf Betrieben in Form von Feldbegehungen, Stallseminaren und Exkursionen statt. Jährlich sind mindestens vier Weiterbildungsveranstaltungen vorgesehen. Ein Schwerpunkt der Arbeitskreis-Beratung ist die Betriebszweigauswertung (BZA), die österreichweit nach einem einheitlichen Schema erfolgt. Abhängig von der Datengrundlage und den Anliegen der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter wird sie als Teilkostenauswertung oder Vollkostenauswertung durchgeführt. Sie dient zur Wirtschaftlichkeitskontrolle und zeigt, wieweit die Kosten durch die Leistungen gedeckt werden konnten. Im Arbeitskreis Unternehmensführung werden gesamtbetriebliche Aufzeichnungen analysiert und Kennzahlen der Wirtschaftlichkeit, Liquidität und Stabilität ausgewiesen (Überblick über die finanzielle Situation des Unternehmenshaushaltes).

Die einzelbetrieblichen Ergebnisse fließen in anonymisierter Form auch in eine Bundesauswertung ein. Die detaillierten Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Bundesauswertung werden jährlich in Bundesberichten den Mitgliedern zur Verfügung gestellt (Langfassung). Die Kennzahlen der Bundesauswertung bieten durch die große Datenbasis eine sichere Vergleichsmöglichkeit für die Kennzahlen des eigenen Betriebes, um Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse wird darüber hinaus in Kurzberichten veröffentlicht (siehe Menüpunkt Downloads ➤).

Nutzen

Ihr Vorteil als Arbeitskreis-Mitglied liegt darin, dass Sie genau wissen, wo Sie stehen, was umgesetzte Maßnahmen gebracht haben und wo noch weiterer Handlungsbedarf besteht. Zusätzlich verfügen Sie über zuverlässige Informationen für die Planung und Entscheidung der zukünftigen Betriebsausrichtung.

Die Mitgliedschaft sichert folgenden Nutzen:

    • Eigene Erfolgskennzahlen ermöglichen eine genaue Standortbestimmung
    • Vergleiche mit anderen Betrieben zeigen Reserven und Verbesserungsmöglichkeiten auf
    • Erfahrungsaustausch eröffnet neue Perspektiven
    • Gute Entscheidungsgrundlagen geben Sicherheit in der Betriebsführung
    • Rasche Verbesserungen durch Zielplanung und Erfolgskontrolle
    • Erhöhung der Arbeitseffizienz und Steigerung der Lebensqualität
    • Firmenunabhängige Information und Beratung
    • Betreuung durch kompetente Beraterinnen und Berater

 

Mit der Arbeitskreis-Beratung sichern Sie sich einen Wissensvorsprung!

© Achim Mandler

Voraussetzungen

Die Arbeitskreis-Beratung steht allen Betrieben offen, unabhängig von der Größe, Wirtschaftsweise und Erwerbsform. Damit Sie langfristig einen hohen Nutzen aus der Arbeitskreis-Beratung erzielen können, sind bestimmte Voraussetzungen notwendig.

Erforderlich sind:

    • Regelmäßige Teilnahme an den Arbeitskreis-Treffen (4 bis 6 Treffen pro Jahr)
    • Datenaufzeichnungen
    • Respekt und Offenheit für einen intensiven Erfahrungsaustausch
    • Bezahlung eines Mitgliedsbeitrages
    • Mindestens zweijährige Mitgliedschaft

Mehrjährige Teilnahme lohnt sich
Die meisten Betriebe nutzen das Angebot länger als zwei Jahre (ca. 5 bis 7 Jahre), viele sogar mehr als zehn Jahre. Viele Betriebe steigen nach einer mehrjährigen Unterbrechung wieder ein. Auch viele Schulbetriebe sind Mitglieder. Für die Datenaufzeichnungen und Auswertungen stehen moderne und benutzerfreundliche EDV-Anwendungen zur Verfügung. Arbeitskreis-Mitglieder können diese entweder kostenlos nutzen oder zu Sonderkonditionen beziehen.

Weitere Hinweise
Detaillierte Informationen und Anforderungen finden Sie in den einzelnen Produktionsbereichen. Dort sind auch die Ansprechpersonen in den Bundesländern angeführt. Eine Auskunft über das Arbeitskreis-Angebot in den einzelnen Bundesländern erhalten Sie unter dem Menüpunkt „Länderangebote” ➤.

Information

Ländliches Fortbildungsinstitut Österreich
(LFI)

Schauflergasse 6, 1015 Wien

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT)
Abteilung II/1 – Grundsatzabteilung Agrarpolitik, Datenmanagement und Weiterbildung

Stubenring 1, 1010 Wien

Erna Lisa Rupf, BBEd
Tel.: 01 / 53441 – 8779
E-Mail: e.rupf@lk-oe.at
MR Dipl.-Ing. Franz Paller
Tel.: 01 / 71100 – 606721
E-Mail: franz.paller@bmlrt.gv.at
Ing. Alfred Lehner
Tel.: 01 / 71100 – 606833
E-Mail: alfred.lehner@bmlrt.gv.at

Information

Ländliches Fortbildungsinstitut Österreich (LFI)

Schauflergasse 6, 1015 Wien

Erna Lisa Rupf, BBEd
Tel.: 01 / 53441 – 8779
E-Mail: e.rupf@lk-oe.at

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT)
Abteilung II/1 – Grundsatzabteilung Agrarpolitik, Datenmanagement und Weiterbildung

Stubenring 1, 1010 Wien

MR Dipl.-Ing. Franz Paller
Tel.: 01 / 71100 – 606721
E-Mail: franz.paller@bmlrt.gv.at
Ing. Alfred Lehner
Tel.: 01 / 71100 – 606833
E-Mail: alfred.lehner@bmlrt.gv.at